Die Galzigbahn - Damals wie heute

Bereits 1937 lagen den Bürgern von St. Anton am Arlberg die Attraktivität des Ortes und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sehr am Herzen. Als eine der ersten österreichischen Seilschwebebahnen, sollte in St. Anton eine Bahn auf den Hausberg Galzig errichtet und hauptsächlich für den Winterbetrieb genutzt werden. Während in vereinzelten Schweizer Orten, wie Davos oder St. Moritz bereits die ersten Seilbahnen für den Winterbetrieb entstanden, nutzte man österreichs Seilbahnen bis zu diesem Zeitpunkt vorwiegend im Sommerbetrieb.
Maßgeblich zur Errichtung der Galzigbahn beigetragen haben damals der Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Dr. Guido Schmidt und der Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung,

Bundeswirtschaftsrat KR. Dipl.-Kfm. Ezio Foradori, die im Anschluss an die Eröffnung der Galzigbahn am 19. Dezember 1937 zu Ehrenbürgern der Gemeinde St. Anton ernannt wurden.
Die Förderkapazität der Galzigbahn betrug zu diesem Zeitpunkt 210 Personen pro Stunde, eine Kabine fasste 30 Personen. Bereits im ersten Betriebsjahr verzeichnete die Galzigbahn mit knapp 60.000 beförderten Personen einen großen Erfolg, der andauern sollte.


Heute schätzen Gäste aus aller Welt seit bald 70 Jahren die direkte Verbindung vom Tal auf den Galzig, sei es als Ausgangspunkt für den Skilauf oder einfach nur um Sonne, Aussicht und ein gutes Essen auf 2070 m zu genießen.
Vor über 40 Jahren, im Jahr 1964, wurde die Galzigbahn zum letzten Mal umgebaut. Die Förderkapazität liegt bei 700 Personen pro Stunde, was mit der Zeit zu gering wurde. Um die Auslastung der Galzigbahn und somit Wartezeiten im Tal zu reduzieren, wurde 1990 die Gampenbahn von einer Doppelsesselbahn in eine 4er-Sesselbahn umgebaut. Doch an starken Tagen ist heute auch diese Zusatzkapazität nicht mehr ausreichend, um Wartezeiten zu vermeiden. Hinzu kommt, dass es viele Gäste bevorzugen, direkt und somit ohne Umweg über den Gampen auf den Galzig zu gelangen.


Als unkomfortabel – ganz besonders für Familien mit Kindern und nicht geübte Skifahrer - muss man heute sicher auch den steilen Treppenaufgang bezeichnen, der zum Einstieg der Galzigbahn führt.



Um mit dem hohen Standard der übrigen Bahnen und Lifte in St. Anton am Arlberg mitzuhalten, ist der Neubau der Galzigbahn der konsequente nächste Schritt. Doch ein Umbau alleine scheint für die historische Bahn zu wenig – man möchte, wie damals im Jahr 1937, auch heute mit der Galzigbahn neue Maßstäbe für die Zukunft setzen.

Das hochmoderne Funitel System kombiniert mit einer seilbahntechnischen Weltneuheit soll dies ermöglichen. Mit Hilfe eines „Riesenrads“ gelingt es, dem Gast einen ebenerdigen Einstieg zu ermöglichen, indem die einzelnen Gondeln von oben kommend über das Rad auf Bodenhöhe fahren und nach dem Einstieg wiederum über das Rad nach oben.


Die Funitel umfasst 28 Kabinen zu je 24 Personen, 18 sitzend und 6 stehend und verdreifacht mit einer Geschwindigkeit von 6 m/ sec. die bisherige Förderkapazität der Galzigbahn. Dies bedeutet neben dem Einstiegskomfort auch, dass Wartezeiten Vergangenheit sind.Doch die atemberaubende Technik ist nur eines der Highlights der neuen Bahn, die pünktlich zur Wintersaison 2006/ 2007 realisiert wird. Ebenso faszinierend ist die Architektur der Talstation der neuen Galzigbahn.

Zeitlose Eleganz soll das Gebäude vermitteln und die hochmoderne Seilbahntechnik unterstreichen – so die Vorgaben für die Ausschreibung. Dem Tiroler Architekten Georg Driendl ist dies mehr als gelungen. Sein Anspruch war es, einen transparenten, dynamischen Baukörper zu schaffen, der bereits von außen vermittelt, was man innen erlebt. Die Architektur von Driendl stellt die zukunftsorientierte Beförderungstechnik und den spektakulären Bewegungsablauf sichtbar in den Mittelpunkt. Bisher im Gebäude untergebrachte Büroräume werden verlagert, sodass der Fokus ausschliesslich auf Bahn und Kassenbereich gerichtet werden kann. Mit der Symbiose zwischen Gebäude und Technik, Natur und Sport, ruhender Dynamik und Geschwindigkeit leitet Georg Driendl ein neues Zeitalter der Seilbahnarchitektur ein.
Um die Attraktivität der Bahn auch in der Nacht wirken zu lassen, wird das Gebäude beleuchtet, zudem werden sich über Nacht zwei Gondeln am Riesenrad befinden, um die faszinierende Technik zu veranschaulichen.


Technische Eckdaten:
Höhe Talstation: 1319m
Höhe Bergstation: 2085m
Lage des Antriebes: in der Bergstation
Lage der Gewichtsabspannung: in der Talstation
Seildurchmesser: 52mm
Gesamtlänge Seil: ca. 10450m (ca. 110 Tonnen Gesamtgewicht)
Förderleistung: 2200 P/h
Max. Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
28 Fahrzeuge: Platz für je 24 Personen
Fahrzeit: 9.14 min
Antriebsleistung: 4 Motoren mit je 500KW / 2 Getriebe



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